Communiqués de presse

Westschweizer BIP

Westschweizer BIP: erfreulich krisenresistent

2011 erzielte die Westschweiz ungeachtet der weltweiten Konjunktureintrübung ein BIP-Wachstum von 2,4%. Dieses Jahr dürfte sich das Wachstum zwar aufgrund der 2012 in der EU erwarteten Konjunkturabkühlung auf 1,4% abschwächen, aber bereits für 2013 wird wieder mit freundlicheren Bedingungen und einem BIP-Wachstum von 2,5% gerechnet; in Anbetracht der anhaltenden weltwirtschaftlichen Ungewissheiten sind diese Prognosen allerdings mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen. Eine Analyse zur Dynamik der Westschweizer Wirtschaft für den Zeitraum von 2001 bis 2011 zeigt ausserdem, dass bestimmte Branchen in der Westschweiz ein grösseres Gewicht haben und rascher wachsen als in der Gesamtschweiz. Die Romandie spielt hier also gesamtschweizerisch eine führende Rolle.

23. Mai 2012 – Das fünfte Jahr in Folge veröffentlichen die sechs Westschweizer Kantonalbanken und das Forum des 100 in Zusammenarbeit mit dem CREA-Institut der Universität Lausanne das BIP der Westschweiz. Galt der Fokus der diesbezüglich durchgeführten Studie im letzten Jahr dem Zusammenhang zwischen Bevölkerungs- und BIP-Wachstum, so stand dieses Jahr die Frage im Zentrum, weshalb die Westschweizer Konjunktur seit nunmehr zehn Jahren rascher wächst als die schweizerische Volkswirtschaft als Ganzes. Die hierzu unternommene Analyse legte offen,
dass dieser Wachstumsvorsprung auf die erwähnten Branchen zurückzuführen ist, in denen die Westschweiz Spitzenreiterin ist: Präzisionsinstrumente, Handel sowie Finanz- und Immobilienaktivitäten usw.

arüber hinaus zeigt die Studie ganz allgemein, dass die Region zwischen 2001 und 2011 in den meisten Branchen ein stärkeres Wachstum verzeichnete als die Gesamtschweiz. Auch 2011 war ein entsprechender Unterschied zu erkennen: Das BIP-Wachstum betrug schweizweit 1,9% gegenüber 2,4% in der Romandie. Mehr oder weniger alle Branchen profitieren von der Erholung in der Westschweiz, wo sich das nominale BIP 2011 auf CHF 137,4 Mrd. belief und rund einen Viertel (24,3%) des gesamtschweizerischen BIP ausmachte. Zu den wenigen Ausnahmen gehörten jene Sektoren, die stark von einer ausländischen Kundschaft abhängen und daher vom starken Franken beeinträchtigt wurden. Insbesondere im Gastgewerbe war der Aufschwung nur von kurzer Dauer. Nach einer zögerlichen Erholung im Jahr 2010 ging die Aktivität in der Branche 2011 erneut zurück.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten, die tiefen Zinsen und die Ungewissheiten in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung wirkten sich ungünstig auf die Einnahmen der Finanzdienstleister aus. Für die übrigen Dienstleistungsbranchen war 2011 jedoch ein gutes Jahr, insbesondere für die Bereiche Unternehmensdienstleistungen, Immobilien, Handel und Kommunikation. Im Sekundärsektor war die Entwicklung unterschiedlich: Die Chemieindustrie, wo der starke Franken Druck auf die Margen ausübte, verzeichnete ein zufriedenstellendes Jahr. Ähnlich sieht es im Bausektor aus, da sich die Unternehmen aufgrund der konjunkturellen Fragezeichen mit ihren Immobilieninvestitionen (Büros, Produktionsgebäude) zurückhielten. In der mechanischen Industrie hingegen wurde der Druck auf die Margen der Maschinen- und Bestandteilhersteller weitgehend durch das hervorragende Jahr für die Schweizer Uhrenindustrie kompensiert.

Wichtige Wirtschaftskennzahl

Das BIP ist die Kennzahl, die am häufigsten zur Messung der Wirtschaftsleistung eines Landes oder einer Region herangezogen wird.
Anhand dieses wichtigen Indikators lässt sich die Entwicklung im Zeitverlauf analysieren und können die Regionen miteinander verglichen werden. Mit der Publikation von BIP und BIP-Prognosen erhalten die Entscheidungsträger aus der Westschweizer Privatwirtschaft und Politik zudem ein wertvolles Instrument für die Entscheidungsfindung und Projektdurchführung.

Der Bund veröffentlicht nur ein gesamtschweizerisches BIP und auf kantonaler Ebene waren die Berechnungsmethoden lange Zeit uneinheitlich. Seit 2008 publizieren die Kantonalbanken der Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Wallis und Waadt in Zusammenarbeit mit dem Forum des 100 ein BIP für die Westschweiz, mit dem die Konjunkturentwicklung der Region und ihrer wichtigsten Branchen gemessen wird. Gleichzeitig werden auch die Prognosen für das laufende und kommende Jahr veröffentlicht. Die Berechnungen werden nach einer transparenten Methode vom CREA-Institut durchgeführt. Die Ergebnisse werden auch am 8. Forum des 100 am 24. Mai 2012 in Lausanne präsentiert.

Detaillierte Angaben finden Sie auf den Websites der Kantonalbanken www.bcf.ch, www.bcge.ch, www.bcj.ch, www.bcn.ch, www.bcvs.ch,
www.bcv.ch sowie auf denjenigen des CREA-Instituts (www.hec.unil.ch/crea)
und des Forum des 100 (www.forumdes100.com).

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