Wirtschaft & Finanzen

WKB-Wirtschaftsindikator

Ein strahlender Sommer

Die Sommersaison 2019 endete mit einer Zunahme der Logiernächte um 4,8%. Sämtliche Märkte legten zu und erstmals seit 10 Jahren waren die ausländischen Gäste in der Mehrzahl. Trotz der globalen Wirtschaftslage und des teuren Schweizer Frankens dürfte die Bilanz für 2019 positiv ausfallen.

Zum Walliser Gastgewerbe zählen die Beherbergungsindustrie und die Gastronomie, in welcher sowohl der touristische Konsum als auch der nicht-touristische Ausserhaus-Konsum von Schweizerinnen und Schweizern berücksichtigt wird.
 

Aktuelle Lage

Die Nachfrage in der Walliser Hotellerie hat in der letzten Sommersaison (von Mai 2019 bis Oktober 2019) erneut zugelegt. Insgesamt nahm die Zahl der Logiernächte im Kanton Wallis gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um satte 4.8 Prozent zu. Wie bereits in der Sommersaison 2018, wurde der Anstieg der Logiernächte besonders von den ausländischen Gästen getragen. Die Logiernächte der ausländischen Touristen stiegen um 8.2 Prozent, während die Logiernächte der inländischen Gäste um 1.4 Prozent stiegen. Somit war auch zum ersten Mal seit 10 Jahren in einer Sommersaison der Anteil der ausländischen Gäste knapp höher als der der Schweizer Gäste. (51% aus AL bzw. 49% aus CH).

Der Blick auf die ausländischen Herkunftsregionen ist ebenfalls erfreulich: Gäste aus allen Regionen haben im Sommer 2019 mehr Logiernächte gebucht als im Sommer 2018. Dabei war die Region Nordamerika der grösste Wachstumsmarkt mit einer Zunahme von fast 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch für die Touristen aus Asien zeigt sich wieder eine Zuwachsrate im zweistelligen Bereich (2019: +14.6%, 2018; +7.0%). Die Anzahl Logiernächte aus Westeuropa wuchs um 4.2 Prozent, aus Osteuropa um 6.6 Prozent und aus den restlichen Gebieten um 1.4 Prozent.

Aussichten

Trotz der unsicheren Weltkonjunkturlage sind die neusten Indikatoren für die Tourismusbranche im Kanton Wallis robust. BAK Economics erwartet für die nächsten Jahre ein schwaches, aber stetiges Wachstum, gehemmt durch die anhaltend schwierige Wechselkurssituation.

Im Jahre 2019 dürfte die Tourismusbranche, sprich Beherbergung und Gastronomie, im Wallis und in der Schweiz mit einer niedrigeren Rate als im Vorjahr wachsen. BAK Economics geht von einem Wertschöpfungswachstum von 1.2 Prozent für den Kanton Wallis aus und von 0.9 Prozent für die Schweiz. (2018: VS +5.0%, CH: +4.2%).

Für das Walliser Hotelgewerbe sieht BAK Economics einen Anstieg von 1.6 Prozent im Jahre 2019 voraus. Obwohl die Logiernächte im Sommer stark gewachsen sind, bleibt das wirtschaftliche Umfeld im In- und Ausland durchzogen. Im Schweizer Durchschnitt wird für 2019 ein Anstieg von 1.2 Prozent vorausgesehen.

Der Gastronomiesektor dürfte im Jahre 2019 ebenfalls langsamer gewachsen sein als im ausserordentlich guten Jahre 2018. Im Kanton Wallis sieht BAK Economics ein Wertschöpfungswachstum von 0.8 Prozent für 2019. Für die Schweiz wird ein Anstieg von 0.7 Prozent vorausgesehen.

Mit den anhaltenden globalen Unsicherheiten dürfte sich die Wirtschaftslage im Jahre 2020 wenig verändern. Damit dürfte der Franken in seiner Funktion als sichere Anlage weiterhin wirken und gegenüber anderen Währungen relativ stark bleiben. Vor diesem Hintergrund geht BAK Economics für den Tourismussektor von gleichbleibendem Wachstum im Jahre 2020 aus. Im Kanton Wallis wird eine Zunahme der Wertschöpfung von 1.1 Prozent und in der Schweiz von 0.9 Prozent erwartet.

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