Economie & Finance

Was geschieht mit den auf Libor indexierten Produkten?

Im Juli 2017 sprach sich die britische Finanzmarktaufsicht (FCA - Financial Conduct Authority) für ein Auslaufen des Libor bis zum 31. Dezember 2021 aus und damit für das baldige Ende eines der am häufigsten verwendeten Zinsindizes im Finanzsektor.

Was ist der Libor?

Der Libor, kurz für "London Interbank Offered Rate", ist ein Referenzzinssatz des Interbanken-Geldmarktes. Er zeigt an, zu welchem Zinssatz die Banken bereit wären, sich gegenseitig unbesicherte Kredite zu gewähren. Er wird täglich vom Libor Administrator (Intercontinental Exchange (ICE) Benchmark Administrator) veröffentlicht und für zahlreiche Währungen ermittelt: USD, GBP, EUR, JPY und CHF.
Der Libor ist ein wichtiges Instrument für Banken und Finanzdienstleister auf der ganzen Welt, auch in der Schweiz. Er dient generell als Basis für die Festlegung von Kreditzinsen oder die Berechnung variabler Zinssätze. 

Warum wird der Libor aufgelöst?

Der Hauptgrund dafür liegt in der Finanzkrise 2008 und den danach eingeführten Regelungen. Während dieser Krise haben die Banken das Volumen der unter ihnen gewährten Kredite deutlich reduziert. Dies führte zu einem Liquiditätsmangel auf dem Interbankenmarkt, einem Rückgang der Transaktionen und damit zu einem Relevanzverlust für den Libor.
Auch der im 2012 aufgedeckte Skandal um die Manipulation durch einige internationale Finanzinstitute gab den Ausschlag für die Einführung neuer Referenzzinssätze auf der Grundlage tatsächlicher Transaktionen gegeben.

Was sind die Alternativen zum Libor?

Die verschiedenen Währungsräume haben Arbeitsgruppen gebildet, um den neuen Referenzzinssatz festlegen, den sie anwenden werden. Auf Schweizer Ebene ist diese Verantwortung der NWG (National Working Group on Swiss Franc Reference Rates) übertragen worden. Letztere umfasst unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen Nationalbank (SNB) die Vertreter zahlreicher Banken, darunter auch der Kantonalbanken.
Im Oktober 2017 wurde empfohlen, den Libor durch den Saron, ein Akronym für Swiss Average Rate Overnight, zu ersetzen. Seitdem arbeitet sie an der Lenkung und Koordination der Umstellung auf den neuen Referenzzinssatz. 
Unterstützt wird diese Umstellung durch die Ankündigung der Nationalbank vom 13. Juni 2019, den Libor durch den Saron als Referenz für ihren Leitzins, das zentrale Instrument ihrer Geldpolitik, zu ersetzen.

Der Saron wurde 2009 durch die SNB und SIX eingeführt. Er stellt den Zinssatz für besicherte Tagesgeldkredite, genauer gesagt für eine Nacht, in Schweizer Franken (CHF) dar und basiert auf den tatsächlichen Transaktionen, die über die regulierte Handelsplattform SIX Repo getätigt werden.
Im Gegensatz zum Libor wird der Saron auf der Basis der am Markt registrierten Transaktionen berechnet und nicht aufgrund einer Umfrage der Finanzinstituten.

Was heisst das konkret für die WKB-Produkte?

Die laufenden Vorarbeiten haben keinen Einfluss auf unser bestehendes Produktangebot.
Die WKB wird zu gegebener Zeit über mögliche Änderungen oder neu verfügbare Produkte informieren.

Weitere Informationen zur Umstellung vom Libor auf den Saron finden Sie auf der einschlägigen Seite der SNB zur Nationalen Arbeitsgruppe (NWG):
https://www.snb.ch/fr/ifor/finmkt/fnmkt_benchm/id/finmkt_reformrates

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