Die WKB Publikationen

Die Märkte im Fokus

Mit Daniel Rotzer, CFA, Chefökonom und Maria Guglielmino, Managerin Asset Management

Nach der grossen Finanzkrise der Jahre 2008-2009 senkten die verschiedenen Zentralbanken ihre Leitzinsen auf ein noch nie dagewesenes Niveau. Während dieser Zeit hat sich der Schweizer Franken stark aufgewertet. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) setzte sich zunächst für die Verteidigung einer Mindestschwelle von CHF 1,20 pro Euro ein, musste aber den Mindestkurs im Januar 2015 wieder aufgeben. Gleichzeitig senkte sie den Zinssatz für Sichteinlagen bei der SNB auf ein Rekordtief von -0,75%. Ziel dieser Aktion war es, den Schweizer Franken gegenüber der europäischen Währung noch unattraktiver zu machen. Nach einer starken Wachstumsperiode seit 2016 befindet sich Europa heute in einer Wachstumsverlangsamung und steht vor grossen strukturellen Herausforderungen wie der Staatsverschuldung. In einem solchen Umfeld wird die EZB die geldpolitische Unterstützung intensivieren müssen, was einen möglichen Anstieg des Euro-Zinssatzes unwahrscheinlich macht. Da in Europa keine grosse Wachstumsbeschleunigung zu erwarten ist und sich die Inflation in einem vernünftigen Rahmen bewegt, scheint eine erste Zinserhöhung in weiter Ferne. 

Die meisten Aktienindizes haben die Verluste aus dem Jahr 2018 bereits ausgeglichen – und dies in einem Umfeld, in dem die Wirtschaftszahlen und die vorlaufenden Wirtschaftsindikatoren eher auf eine Verlangsamung des Wachstums hindeuten. Im 2018, nachdem ein zweites aufeinanderfolgendes Quartal mit Negativwachstum verkündet wurde, rutschte Italien technisch in eine Rezession. Deutschland schlittert nur knapp an einer Rezession vorbei. Zwei Kommentare des Präsidenten der US-Zentralbank (Fed) im Januar 2019 waren für die weitere Erholung im Februar 2019 ausschlaggebend. So teilte Herr Powell mit, er werde in Bezug auf weitere Zinserhöhungen geduldig bleiben und bei der Reduktion der Fed-Bilanz flexibel sein. 
Vier Faktoren wie die zurückhaltende Politik der Zentralbanken, das sich verschlechternde Weltwirtschaftswachstum, das die politischen Entscheidungsträger auf eine Einigung über Zollerhebungen zwischen Import- und Exportländern drängt, die Stabilisierung einiger Wirtschaftsindikatoren und die Ankurbelungsmassnahmen Chinas dürften die Stimmung der Wirtschafts- und Finanzakteure positiv beeinflussen und das Szenario einer weichen Landung des globalen Wirtschaftswachstums stützen.

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