
Market Weekly - Der Konflikt im Nahen Osten und die Märkte
Militärische Spannungen im Nahen Osten - Aktuelle Situation
Was passiert im Nahen Osten?
Die Spannungen zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und dem Iran haben tiefe Wurzeln. Nach den Luftangriffen seit dem 28. Februar 2026 hat der Iran die Schließung der Straße von Hormus angekündigt, einem strategisch wichtigen Ort für den Seeverkehr. Über diese Meerenge, die geografisch gesehen nicht sehr breit ist, werden etwa 20 % des weltweiten Öl- und Gastransports abgewickelt. Die effektive Schließung dieser Meerenge, die jeglichen Seetransport verhindert und die weltweite Lieferkette beeinträchtigt, erklärt den aktuellen Anstieg der Energiepreise.
Wie reagieren die Finanzmärkte?
Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen reagieren die Finanzmärkte mit einer höheren Risikoaversion. Die weltweiten Börsen stehen unter Druck, die Preise für Öl und vor allem Gas steigen, und die Anleger flüchten sich in sichere Werte. Dazu gehört der Schweizer Franken, aber auch der US-Dollar.
Was denken wir über die Dauer des Konflikts?
Unser Basisszenario bleibt das eines relativ kurz anhaltenden geopolitischen Konflikts. Dafür gibt es mehrere Gründe. Die militärische Präsenz der USA in der Region ist heute viermal geringer als 2003 während des Irakkriegs. Auf globaler Ebene haben mehrere Mächte ein wirtschaftliches Interesse daran, dass dieser Konflikt von kurzer Dauer ist. China, das 15 % seines Erdöls aus dem Iran importiert, hat ein großes wirtschaftliches Interesse an einer raschen De-eskalation. Politisch gesehen möchte der US-Präsident kurz vor den Zwischenwahlen im November dieses Jahres eine militärische Pattsituation vermeiden.

Wenn die Feindseligkeiten schnell beendet werden, bleiben die wirtschaftlichen Auswirkungen begrenzt und die Märkte normalisieren sich wieder.
Was wir überwachen
Zwei Faktoren werden dabei entscheidend sein: Wie lange dauert der Konflikt und wie stark steigen die Energiepreise weither? Wenn die Feindseligkeiten schnell beendet werden, bleiben die wirtschaftlichen Auswirkungen begrenzt und die Märkte normalisieren sich wieder. Die Wiederöffnung der Straße von Hormus wäre eines der ersten Anzeichen für eine De-eskalation. Ein sich jedoch hinziehender Konflikt mit anhaltend hohen Öl- und Gaspreisen könnte zu einer allgemein höherer Inflation führen. Infolgedessen könnten die Zentralbanken statt einer Senkung der Leitzinsen zu einer Anhebung gezwungen sein. Dies ist jedoch nicht unser Hauptszenario. Derzeit haben wir keine Änderung unserer taktischen Allokation vorgenommen.
Von Gero Jung