16 März 2026
Anlagen

Market Weekly - Die Märkte beobachten die Ankündigungen aus den USA aufmerksam

Marco Venetz Von Marco Venetz
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USA: Die US Federal Reserve und Handelspolitik im Fokus der Märkte

Die Ernennung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed) im Mai 2026 – vorbehaltlich der Bestätigung durch den Senat – ist ein wichtiges Signal für die Finanzmärkte. Als ehemaliges Mitglied des Gouverneursrats der Fed zwischen 2006 und 2011 steht er für einen rigorosen Ansatz in der Geldpolitik und lehnte insbesondere eine übermässige Ausweitung der Bilanz der US-Notenbank im Rahmen der quantitativen Lockerungsprogramme («QE») ab. Tatsächlich trat er 2011 vor Ablauf seiner Amtszeit vor dem Hintergrund von Meinungsverschiedenheiten über die zweite Runde der Bilanzausweitung der Fed von seinem Amt zurück. In der aktuellen Situation deutet seine Ernennung auf eine mögliche Verringerung der Bilanz der Fed hin, was einen Aufwärtsdruck auf die Renditen amerikanischer Anleihen ausüben könnte.
 

Stehen die Leitzinsen vor einer Senkung?

Paradoxerweise könnte Kevin Warsh einer Senkung der Leitzinsen eher positiv gegenüberstehen, insbesondere vor dem Hintergrund von Produktivitätssteigerungen durch künstliche Intelligenz und Finanzderegulierung. Trotz seines Rufs als «Falken» könnte seine Politik mit dem von der Trump-Regierung vertretenen Ziel niedrigerer Zinsen vereinbar sein. Es sei jedoch daran erinnert, dass geldpolitische Entscheidungen weiterhin kollegial im FOMC – dem Ausschuss für die US-Geldpolitik – getroffen werden, der insgesamt 19 Mitglieder umfasst. 

Die Märkte beobachten weiterhin aufmerksam die Entwicklung der Handelspolitik, die nach wie vor ein Schlüsselfaktor für das weltweite Wachstum, aber auch für die Inflation ist.

Berater Vermögensverwaltung, Leiter Geschäftsstelle Zermatt, WKB

Gleichzeitig stellte die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, die im Rahmen des IEEPA (International Emergency Economic Powers Act) verhängten Zölle für ungültig zu erklären, einen wichtigen rechtlichen Wendepunkt dar. Das Gericht befand, dass die Befugnis zur Erhebung von Zöllen beim Kongress und nicht bei der Exekutive liegt. Die Trump-Regierung kündigte daraufhin sofort einen neuen allgemeinen Zollsatz von 10 % an, der später auf 15 % angehoben wurde und bis zu einer möglichen parlamentarischen Genehmigung für 150 Tage gelten soll. Eine Analyse der neuen Regelung zeigt, dass Brasilien von der stärksten Senkung der durchschnittlichen Zollsätze profitieren wird, gefolgt von China. Langjährige Verbündete der USA, darunter das Vereinigte Königreich, die Europäische Union und Japan, werden von dieser neuen Steuer am stärksten betroffen sein. 

Diese Ankündigung unterstreicht die Instabilität des amerikanischen Zollrahmens. Die Märkte beobachten weiterhin aufmerksam die Entwicklung der Handelspolitik, die nach wie vor ein Schlüsselfaktor für das weltweite Wachstum, aber auch für die Inflation ist.