02 März 2026
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Market Weekly - Die Zölle wurden für ungültig erklärt

Timon Leiggener Von Timon Leiggener
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US-Handelspolitik im Wandel der Zeit

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat kürzlich die von der Trump-Regierung auf Grundlage des IEEPA (Gesetz über internationale wirtschaftliche Notfallbefugnisse) eingeführten Zölle für ungültig erklärt, da er der Ansicht ist, dass die Befugnis zur Erhebung von Zöllen beim Kongress und nicht bei der Exekutive liegt. Diese Entscheidung stellt einen Teil der im letzten Jahr eingeführten Handelsmaßnahmen in Frage und führt zu einer neuen Phase der Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Ausrichtung der amerikanischen Handelspolitik. Die Frage einer möglichen Rückerstattung der bereits erhobenen Zölle bleibt zudem offen. 

Die Frage einer möglichen Rückerstattung der bereits erhobenen Zölle bleibt zudem offen.

Berater Vermögensverwaltung, Brig, WKB
Nicht alle Länder sind gleich

Die US Regierung reagierte jedoch schnell und kündigte eine vorübergehende Regelung auf der Grundlage eines Pauschalzollsatzes von nun 15 % an, der bis zu 150 Tage lang gelten soll, bis der Kongress ihn möglicherweise bestätigt. Dieser neue Rahmen verändert die Struktur der Zölle für die Handelspartner der Vereinigten Staaten erheblich. Wie die beiliegende Grafik zeigt, dürften mehrere Schwellenländer von einem relativen Rückgang der durchschnittlichen Zollsätze profitieren, darunter Brasilien, China und Indien. Umgekehrt könnten einige traditionelle Wirtschaftspartner der Vereinigten Staaten, wie das Vereinigte Königreich, die Europäische Union oder Japan, von den neuen Regelungen proportional stärker betroffen sein. 

Auf makroökonomischer Ebene dürfte ein potenziell weniger restriktiver Handelsrahmen das weltweite Wachstum eher unterstützen, insbesondere in den Schwellenländern. Die institutionelle Unsicherheit hinsichtlich der US-Handelspolitik könnte hingegen weiterhin auf den Dollar drücken, dessen jüngster Trend nach wie vor rückläufig ist.