
Market Weekly - Der Aufschwung des Dollars
Der Dollar legt zu, der Schweizer Franken wertet auf
Der Dollar legt gegenüber dem Schweizer Franken um rund 2 % zu und auch gegenüber den meisten anderen wichtigen Währungen. Diese aktuelle Entwicklung ist nicht unbedeutend: Sie spiegelt eine Neupositionierung der Anleger in einem als riskanter eingeschätzten Umfeld wider, und drei verschiedene Faktoren tragen dazu bei.
Der erste ist die geopolitische Unsicherheit. In Zeiten von Spannungen wenden sich die Märkte instinktiv dem Dollar als sicherer Hafen zu – dies ist eine bekannte Dynamik, die sich erneut bestätigt. Der zweite Faktor ist der Anstieg der Ölpreise. Im Gegensatz zu Europa oder Japan, die diesen Anstieg voll zu spüren bekommen, sind die Vereinigten Staaten heute Nettoexporteure. Konkret bedeutet dies, dass teurere Energie die Handelsbilanz der USA verbessert, während sie die ihrer Partner verschlechtert – ein direkter Wettbewerbsvorteil, der den Dollar stützt. Der dritte Faktor schließlich ist das Niveau der US-Zinsen. Diese bleiben hoch, was Anlagen in Dollar rentabler macht als anderswo und weiterhin Kapital in die USA anzieht.
Der starke Schweizer Franken
Was den Euro betrifft, so ist in den letzten Wochen eine leichte Erholung zu beobachten, doch sollte man hinsichtlich seiner Stabilität vorsichtig bleiben. Europa ist strukturell weiterhin stärker von den steigenden Energiepreisen betroffen, was das Wachstum belastet, den Kurs der EZB erschwert und eine gewisse Unsicherheit aufrechterhält, die die Finanzmarktanalysten noch nicht vollständig verdaut haben.

Diese Intervention ist nicht symbolisch, sondern spiegelt eine konkrete Spannung zwischen dem Status des Frankens als sicherer Hafen und den Bedürfnissen einer Wirtschaft wider, die zu einem grossen Teil vom Export abhängt.
Der Schweizer Franken wertet in Stressphasen automatisch auf, und genau das erwarten die Anleger von ihm. Doch diese Stärke hat für die Schweizer Wirtschaft sehr reale Kosten: Je mehr der Franken steigt, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und die Wettbewerbsfähigkeit der Exportunternehmen verschlechtert sich. Um dieses Phänomen einzudämmen, greift die SNB aktiv in den Devisenmarkt ein, indem sie Franken verkauft und Euro kauft. Diese Intervention ist nicht symbolisch, sondern spiegelt eine konkrete Spannung zwischen dem Status des Frankens als sicherer Hafen und den Bedürfnissen einer Wirtschaft wider, die zu einem grossen Teil vom Export abhängt.
Von Roger Petrig