
Market Weekly - Die Erinnerung an die Internetblase
Technologieblase? Ein Vergleich, der differenziert betrachtet werden muss
Der starke Anstieg der Technologieaktien in den letzten Jahren weckt regelmäßig Erinnerungen an die Internetblase Ende der 1990er Jahre. Solch ein Vergleich sollte jedoch differenziert betrachtet werden. Damals hatte sich der Kursanstieg weitgehend von der wirtschaftlichen Realität abgekoppelt: Die Bewertungen stiegen viel schneller als die Gewinne, die oft gar nicht vorhanden waren.
Zentrale Aktivitäten der Wirtschaft
Heute ist die Situation deutlich anders. Die großen Technologiewerte verzeichnen ein reales Ergebniswachstum, das von Aktivitäten getragen wird, die mittlerweile eine zentrale Rolle in der Weltwirtschaft spielen, wie Cloud Computing, Halbleiter oder künstliche Intelligenz. Die Gewinne steigen parallel zu den Kursen, was das Risiko eines abrupten Einbruchs, wie er beim Platzen der Internetblase zu beobachten war, begrenzt.

Zum jetzigen Zeitpunkt deutet die beobachtete Dynamik jedoch eher auf eine Phase nachhaltigen Wachstums als auf eine Spekulationsblase hin.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Sektor vor Korrekturen gefeit ist. Die hohe Konzentration der Indizes und die Schnelligkeit des Anstiegs machen bestimmte Werte anfälliger für Gewinnmitnahmen oder Bewertungsanpassungen. Im Falle eines Marktrückgangs könnten große Technologieunternehmen zu den ersten gehören, die davon betroffen sind, gerade weil sie die größten Zuwächse verzeichnet haben.
Verhältnis Kursen-Gewinnen konsistent
Zum jetzigen Zeitpunkt deutet die beobachtete Dynamik jedoch eher auf eine Phase nachhaltigen Wachstums als auf eine Spekulationsblase hin. Das Verhältnis zwischen Kursen und Gewinnen bleibt konsistent, was das aktuelle Umfeld deutlich von dem Ende der 1990er Jahre unterscheidet. Zu beobachten sind daher weniger die absoluten Kursniveaus als vielmehr die Entwicklung der Ergebnisse und Gewinnerwartungen in den kommenden Monaten.
Von Nadia Travelletti