12 Januar 2026
Anlagen

Market Weekly - Die Märkte reagierten kaum auf die Ereignisse in Venezuela

Didier Teysseire Von Didier Teysseire
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Venezuela und Erdöl: ein politischer Wendepunkt mit kurzfristig begrenzten Auswirkungen

Anfang 2026 erreichte die politische Lage in Venezuela mit der Intervention der Vereinigten Staaten und der Festnahme von Nicolás Maduro einen Wendepunkt. Dieses Ereignis markiert eine wichtige Wende für ein Land, das über etwa 17% der weltweit nachgewiesenen Ölreserven verfügt, dessen tatsächliches Gewicht auf dem Markt jedoch nach wie vor sehr begrenzt ist.
 

Die Finanzmärkte reagierten zurückhaltend

Die US-Behörden erwägen nun eine schrittweise Wiederöffnung des Landes für westliche Ölgesellschaften, um die weitgehend ungenutzte Produktion wieder anzukurbeln. Nach mehr als zwei Jahrzehnten der Unterinvestition und der Verschlechterung der Infrastruktur wird eine signifikante Erholung jedoch Zeit und erhebliche finanzielle Mittel erfordern. Zum Vergleich: Die derzeitige Produktion Venezuelas beläuft sich auf etwa 0,8 Millionen Barrel pro Tag, gegenüber 3,5 Millionen Barrel pro Tag zu Beginn der 2000er Jahre. 

Die Finanzmärkte reagierten zurückhaltend auf diese Entwicklungen. Die wichtigsten Börsen verzeichneten nach der Intervention der USA keine nennenswerten Bewegungen. Bei den Rohstoffen gaben die Ölpreise leicht nach, während Gold und Silber leicht zulegten, was die anhaltenden geopolitischen Bedenken widerspiegelt. Obwohl Venezuela einen bedeutenden Anteil der weltweiten Reserven besitzt, macht es derzeit weniger als 1% des globalen Ölangebots aus. Kurzfristig bleiben die Auswirkungen auf das Gleichgewicht des Ölmarktes daher begrenzt, auch wenn eine Zunahme der Volatilität nicht ausgeschlossen werden kann. Nach einem Jahr 2025, das von einem Rückgang der Ölpreise in Dollar um etwa 20% geprägt war, sind die Aussichten für 2026 insgesamt gemischt. 

Kurzfristig bleiben die Auswirkungen auf das Gleichgewicht des Ölmarktes daher begrenzt, auch wenn eine Zunahme der Volatilität nicht ausgeschlossen werden kann.

Berater Vermögensverwaltung, Visp, WKB
Energie: Hebel der Weltwirtschaft

Mittelfristig könnte ein erfolgreicher Wandel Venezuela in die Lage versetzen, seine Produktion in den nächsten zwei Jahren auf 1,3 bis 1,4 Millionen Barrel pro Tag zu steigern, mit einem geschätzten Potenzial von 2,5 Millionen Barrel pro Tag auf längere Sicht. In Verbindung mit den Ressourcen Guyanas und der US-amerikanischen Produktion könnten diese Entwicklungen den Einfluss des amerikanischen Kontinents im Energiebereich stärken, zumal Energie nach wie vor ein zentraler Hebel der Weltwirtschaft ist.