24 August 2026
Anlagen

Market Weekly - Dürre wird zum Konjunkturrisiko

Samuel Studer Von Samuel Studer
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Die Dürre hat erhebliche wirtschaftliche Folgen

La sécheresse n’est plus seulement un phénomène météorologique. Elle devient de plus en plus un facteur économique. Cet été, l’Europe montre clairement à quel point le manque d’eau peut affecter simultanément le Dürre ist längst nicht mehr nur ein meteorologisches Ereignis. Sie wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor. In diesem Sommer zeigt sich in Europa besonders deutlich, wie stark Wasserknappheit Transport, Energieproduktion, Landwirtschaft und Industrie gleichzeitig treffen kann.

Die Wasserstände am Rhein sind auf historische Tiefstände gefallen. Frachtschiffe, die Chemikalien, Öl und andere Güter von und nach Rotterdam transportieren, konnten teilweise nur noch zu rund 30 Prozent ihrer Kapazität beladen werden. Für Unternehmen bedeutet das höhere Transportkosten, längere Lieferzeiten und zusätzliche operative Risiken. Was früher wie ein regionales Wetterproblem wirkte, wird damit zu einem Engpass in europäischen Lieferketten.
 

Kosten in Höhe von 50 Milliarden Euro

Die wirtschaftlichen Folgen reichen jedoch deutlich weiter. Experten schätzen, dass die aktuelle Dürre Europa kurzfristig mindestens 50 Milliarden Euro kosten könnte. Werden die breiteren Effekte der Sommerhitze berücksichtigt, könnten die Kosten noch wesentlich höher ausfallen. Besonders betroffen sind Landwirtschaft, Transport und Energie. Niedrige Flussstände erschweren nicht nur die Binnenschifffahrt, sondern auch die Kühlung von Kraftwerken und die Stromproduktion aus Wasserkraft. Gleichzeitig können schwächere Ernten den Preisdruck bei Lebensmitteln erhöhen.

Für die Konjunkturentwicklung ist diese Kombination abschwächend. Dürre wirkt wie ein Angebotsschock: Sie kann Produktion und Transport bremsen, während sie gleichzeitig Kosten erhöht. Für Zentralbanken ist das schwierig, weil solche Schocks das Wachstum belasten, aber dennoch inflationär wirken können. Höhere Lebensmittel-, Energie- oder Transportpreise treffen Konsumenten und Unternehmen direkt und können die Erholung der europäischen Wirtschaft zusätzlich erschweren.

Klimarisiken tauchen nicht nur in Nachhaltigkeitsberichten auf, sondern wirken sich auch direkt auf Margen, Investitionen und Lieferketten aus.

Berater Vermögensverwaltung, Visp, WKB
Das Klima wird zum Geschäftsrisiko

Auch Unternehmen behandeln extreme Wetterereignisse zunehmend als Geschäftsrisiko. Begriffe wie extreme Hitze, Dürre und Waldbrände wurden zuletzt in einem Rekordanteil der Ergebnisberichte grosser europäischer Unternehmen erwähnt. Das zeigt, dass Klimarisiken nicht nur in Nachhaltigkeitsberichten auftauchen, sondern direkt in Margen, Investitionen und Lieferketten ankommen. Anpassung wird damit zu einem Teil der Unternehmensstrategie: effizientere Wassernutzung, widerstandsfähigere Infrastruktur, alternative Transportwege und neue Kühlsysteme gewinnen an Bedeutung.
 

Die Schweiz ist betroffen

Für die Schweiz ist das Thema ebenfalls relevant. Die Schweizer Wirtschaft ist eng mit europäischen Lieferketten verbunden, und der Rhein bleibt für den Güterverkehr über Basel ein wichtiger Zugang zu den Nordseehäfen. Gleichzeitig treffen höhere europäische Transport-, Energie- und Agrarkosten auch Schweizer Unternehmen und Konsumenten indirekt. Die Dürre zeigt deshalb: Wasser ist nicht nur eine natürliche Ressource, sondern zunehmend auch ein wirtschaftlicher Produktionsfaktor.