
Market Weekly - Eine Wirtschaft auf dem Weg zur Normalisierung
Wirtschaftsausblick 2026
Das makroökonomische Umfeld nähert sich dem Jahr 2026 in einem Kontext der schrittweisen Normalisierung. Nach mehreren Jahren restriktiver Geldpolitik haben die wichtigsten Zentralbanken 2024/25 eine Lockerung eingeleitet, die sich 2026 fortsetzen dürfte, allerdings in vorsichtigerer Form. In den Vereinigten Staaten beobachtet die Federal Reserve weiterhin aufmerksam die Inflation, die sich langsamer normalisiert als erwartet, während die EZB in der Eurozone über einen größeren Spielraum verfügt, um die Konjunktur zu stützen, da sich die Inflation dem Zielwert annähert.
Uneinheitlicher Konjunkturzyklus
Diese monetäre Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund einer globalen Desinflation und eines moderateren weltweiten Wachstums. Auch wenn das Rezessionsrisiko deutlich zurückgegangen ist, bleibt der Konjunkturzyklus je nach Region uneinheitlich. Die Dynamik in den USA ist weiterhin solide und wird durch Investitionen, Innovationen und eine nach wie vor expansive Fiskalpolitik gestützt. In Europa verbessern sich die Aussichten allmählich, getragen von der Kreditvergabe, öffentlichen Investitionsplänen und einem weniger restriktiven finanziellen Umfeld. Die Schweiz hingegen sieht sich mit einem gedämpften Wachstum konfrontiert, das durch die anhaltende Stärke des Schweizer Frankens beeinträchtigt wird, profitiert jedoch von einer niedrigen Inflation und sehr akkommodierenden monetären Bedingungen.

Die schrittweise Normalisierung der Geldpolitik und ein moderateres globales Wachstum werden die Entwicklung der Märkte in den kommenden Monaten weiterhin prägen.
An den Finanzmärkten stützen diese Faktoren weiterhin risikoreiche Anlagen, erfordern jedoch gleichzeitig eine größere Selektivität. Die Aktienmärkte werden weiterhin vom Gewinnwachstum getragen, auch wenn die Bewertungen insbesondere in den USA hoch sind. Die europäischen und Schwellenmärkte erscheinen ausgewogener und profitieren sowohl von einem schwächeren Dollar als auch von einem günstigeren geldpolitischen Umfeld. Die Schwellenmärkte profitieren zudem von der allmählichen Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage in China und einer Verbesserung der Gewinnaussichten.
Ausgewogeneres Umfeld
Das Jahr 2026 beginnt somit mit einem weniger inflationären und insgesamt ausgewogeneren Umfeld, das jedoch weiterhin von geopolitischen und monetären Unsicherheiten geprägt ist. Die schrittweise Normalisierung der Geldpolitik und ein moderateres globales Wachstum werden die Entwicklung der Märkte in den kommenden Monaten weiterhin prägen.
Von Marco Venetz