18 Mai 2026
Anlagen

Market Weekly - Intel ist wieder ganz oben mit dabei

Michel Bortis Von Michel Bortis
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Intel: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Es hat 26 Jahre gedauert. 26 Jahre, bis Intel wieder das Niveau erreicht hat, das es während der Internetblase im Jahr 2000 erreicht hatte. Die Aktie überschritt diese symbolische Schwelle Ende April mit einem Anstieg von 23,6 % an einem einzigen Handelstag – dem stärksten Tagesanstieg seit Oktober 1987. Seitdem hat sich der Aufwärtstrend fortgesetzt: Die Aktie erreichte am 8. Mai mit 124,92 Dollar einen historischen Höchststand und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Anstieg von 170 %.
 

Die Bedeutung der Quartalsergebnisse

Die jüngste Kursentwicklung der Intel-Aktie verdeutlicht einen Trend, der weit über das Unternehmen selbst hinausgeht. Auslöser war ein besonders solider Quartalsbericht. Intel meldete im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,29 Dollar – deutlich über der Konsensschätzung von 0,01 Dollar. CEO Lip-Bu Tan machte eines deutlich: Die Nachfrage übersteigt nun in allen Segmenten das Angebot. Zuletzt haben vorläufige Gespräche mit Apple über die Herstellung bestimmter Chips dem Titel weiteren Auftrieb gegeben.

Dieser spektakuläre Aufschwung muss jedoch relativiert werden. Ein Anleger, der Intel im Jahr 2000 auf dem Höhepunkt der Blase gekauft hat, musste 26 Jahre warten, um lediglich seinen Einstiegskurs wieder zu erreichen, während der S&P 500 um +370 % bzw. +650 % (bei reinvestierten Dividenden) zulegte. Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Risiken, die mit der Konzentration auf eine einzige Aktie verbunden sind – selbst wenn es sich um eine der symbolträchtigsten ihrer Zeit handelt.

Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Risiken, die mit der Konzentration auf eine einzige Aktie verbunden sind – selbst wenn es sich um eine der symbolträchtigsten ihrer Zeit handelt.

Leiter Vermögensverwaltung, Region Obewallis, Brig, WKB
Die Dominanz der Tech-Branche

Diese Berichtssaison hat zudem die Dominanz der großen Technologiewerte im weiteren Sinne bestätigt. Meta verzeichnete einen Umsatzsprung von 33 %, Google Cloud legte im Jahresvergleich um 63 % zu, und AWS verzeichnete das schnellste Wachstum seit 15 Quartalen. Alphabet, Amazon und Meta waren die drei wichtigsten Treiber für den Gewinnanstieg des S&P 500 in diesem Quartal. Ein Kontext, der daran erinnert, dass sich in der Tech-Branche die marktbeherrschenden Positionen weiter festigen – was die Rückkehr von Intel ins Rennen umso bemerkenswerter macht.