24 August 2026
Unternehmen

Das REV 2026 gewinnt an Bedeutung

Von Bertrand Crittin
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«Das ist eine einmalige Gelegenheit für Crans-Montana und das Wallis»

Eine grossartige Stimmung und plötzlich Stille. Vor vierzig Jahren war der Ski-Weltcup 1987 in Crans-Montana ein riesiger Erfolg, sowohl beim Publikum als auch sportlich. Bei all dem Freudentaumel blieb eine prägende und traurige Erinnerung zurück: der Sturz des Walliser Riesenslalomfahrers Joël Gaspoz, der nur wenige Tore vor dem Ziel auf der Gewinnerspur lag. Wie viele andere erinnert sich auch Eric Bianco noch genau daran. Er stand am Pistenrand. 

Diese Erinnerungen kommen wieder hoch, je näher der kommende Ski-Weltcup rückt. Ausgerichtet wird er erneut in Crans-Montana, vom 1. bis zum 14. Februar 2027. Just am Fusse der «Nationale», im neuen Zielstadion, fand am 20. August die zehnte Ausgabe des «Walliser Wirtschaftstreffens» (REV) statt. Eric Bianco, Leiter der Dienststelle für Wirtschaft, Tourismus und Innovation (DWTI), nahm an der Podiumsdiskussion teil, bei der es um den wirtschaftlichen, touristischen und sportlichen Impact dieses bedeutenden Events ging. Wie positioniert sich der Kanton Wallis bei solchen Sportveranstaltungen? Welchen Nutzen lässt sich daraus ziehen? Ein Gespräch mit dem Leiter der DWTI.

Eric Bianco, mit welchem Impact darf das Wallis rechnen?
Der direkte Impact wird beträchtlich sein, lässt sich aber derzeit nur schwer abschätzen. Das Ziel ist es, zwischen 30 bis 40 Millionen Franken an direkten Impact zu generieren. Natürlich ist dieser Weltcup vor allem für den Ferienort Crans-Montana von Bedeutung. Er steht im Mittelpunkt und kann dabei nur gewinnen. Der Weltcup ermöglicht es ihm, sich auf der Landkarte der symbolträchtigen Orte neu zu positionieren – als Touristenort, in dem es sich gut leben lässt und der eine gute Balance zwischen Winter- und Sommerangebot bietet.

Der direkte Impact wird beträchtlich sein, lässt sich aber derzeit nur schwer abschätzen. Das Ziel ist es, zwischen 30 bis 40 Millionen Franken an direkten Impact zu generieren.

Leiter der Dienststelle für Wirtschaft, Tourismus und Innovation (DWTI)

Soll auch das Wallis davon profitieren? 
Ja. Die Idee ist, über den Rahmen des blossen Impacts für den Ferienort hinauszugehen. Der Kanton ist durch einen Leistungsauftrag mit dem Organisationskomitee verbunden, der eine Reihe von Anforderungen festlegt. Es wurden Verpflichtungen eingegangen, insbesondere die Zusammenarbeit mit Walliser Dienstleistern, und wir stellen sicher, dass diese eingehalten werden. Das Wallis muss in all seinen Facetten gezeigt werden, was auch einen Imagegewinn beinhaltet. Wir arbeiten sehr eng mit dem Ferienort zusammen.

Ist dieser Auftrag mit finanziellen Verpflichtungen verbunden?
Durch Beschluss des Staatsrats wurden 4 Millionen Franken zugesprochen – 3 Millionen in Form eines Betriebsmittelvorschusses und 1 Million in Form einer Defizitgarantie –, um die Organisation des Weltcups zu unterstützen. Unser Engagement beschränkt sich nicht auf diesen Betrag. Bestimmte Kosten wurden erlassen, beispielsweise die Polizei- und Rettungskosten in Höhe von rund 800'000 Franken. Auf Investitionsseite wurde der Bau der Infrastruktur des Zielstadions mit einem Betrag in der Grössenordnung von 8 Millionen Franken unterstützt und ein ähnlicher Betrag wurde in die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur investiert. Dabei handelt es sich um normale Bauarbeiten, die aufgrund dieses globalen Events priorisiert wurden. Somit wird der Kanton Wallis rund 20 Millionen Franken aufgewendet haben, wovon mehr als 16 Millionen dauerhafte Investitionen in unsere Sport- und Verkehrsinfrastruktur darstellen. Diese kommen der gesamten Region und unseren Jugendlichen weit über die Veranstaltung hinaus nachhaltig zugute.

Ist der Weltcup ein unschätzbares Schaufenster für unsere Region?
Valais-Wallis Promotion, die branchenübergreifende Struktur für die Walliser Standortvermarktung, muss das gesamte Potenzial zur Vermarktung unserer regionalen Produkte, unserer Authentizität, unserer Innovationskraft und natürlich des Wallis als attraktiven Ort zum Verweilen, Leben und Arbeiten ausschöpfen. Eine reibungslose Organisation wird dabei ebenso entscheidend sein wie die Qualität unserer Gastfreundschaft. Die positiven Sportergebnisse unserer Skifahrer werden das Sahnehäubchen sein, zumal die Hälfte unserer Touristenkunden Schweizer sind. Schliesslich bietet dieser Weltcup auch die Gelegenheit, das beste Wintererlebnis in einer weissen Landschaft unter blauem Himmel zu präsentieren – genau das macht die Stärke des Wallis aus. Zu Beginn des Jahres fanden im Gommer Tal Weltcup-Rennen im Skilanglauf statt. Die Fernsehübertragungen zeigten eine herrliche, unberührte Landschaft, blauen Himmel und eine tolle Stimmung am Pistenrand – es war einfach perfekt.

Was sagt eine solche Veranstaltung über unsere Wirtschaft aus?
Das Feedback der Dachverbände ist äusserst positiv. Das Event zeigt, dass wir imstande sind, alle engagierten Kräfte zu bündeln, um ein gross angelegtes Projekt im vorgegebenen Budgetrahmen zu organisieren. Ein Prinzip, das keineswegs selbstverständlich ist. Es zeugt zudem von grossem Know-how und Seriosität, die zum Erfolg führen, sowohl beim Publikum als auch finanziell. Wir würden jedoch gerne den Aufbau einer Wertschöpfungskette von Dienstleistern stärker vorantreiben. Veranstalter entwickeln ein Modell weiter, das noch vor wenigen Jahren ausschliesslich auf Freiwilligenarbeit basierte, hin zu einem professionellen Modell. Letzteres soll die ehrenamtlichen Strukturen, die für den Erfolg einer Organisation nach wie vor unverzichtbar sind, ergänzen und nicht konkurrieren. Dies ist unerlässlich, um die Durchführung von Grossveranstaltungen sicherzustellen. Events auf globaler Ebene sind nach wie vor kompliziert und erfordern eine starke Unterstützung der öffentlichen Hand.

Das Event zeigt, dass wir imstande sind, alle engagierten Kräfte zu bündeln, um ein gross angelegtes Projekt im vorgegebenen Budgetrahmen zu organisieren.

Chef du Service de l’économie, du tourisme et de l’innovation (SETI)

Hat der Kanton den politischen Willen, die Ausrichtung von grossen Sportveranstaltungen auf seinem Gebiet zu stärken?
Dieser Wille ist vorhanden, aber der Kanton übernimmt nicht die Rolle des Ausrichters. Dies muss weiterhin die Aufgabe von Komitees bleiben, die fest in der lokalen Wirtschaft oder auf regionaler Ebene verankert sind. Ohne grosse internationale Sportverbände nennen zu wollen, gibt es einen klaren Trend, Grossveranstaltungen zum eigenen Vorteil zu monetarisieren. Sie müssen jedoch verstehen, dass auch die Bewerberregion von den positiven Auswirkungen profitieren muss. So lassen sich die mit der Ausrichtung solcher Events verbundenen Auflagen aktiv angehen, anstatt sie einfach zu erdulden. Es muss eine Win-Win-Situation sein. Manchmal hat man jedoch den Eindruck, dass dieser Aspekt in Vergessenheit gerät. Ja, das Wallis will sich positionieren, aber nicht um jeden Preis. Und vor allem im Einklang mit unserer Tourismusstrategie.

Erfüllten die Mountainbike-Weltmeisterschaften, die 2025 im Wallis ausgerichtet wurden, diese Kriterien?
Das ist das ideale Beispiel, das für das Wallis äusserst interessant ist. Es gab eine gemeinsame Organisation zwischen mehreren Ferienorten, die den gesamten Kanton abdeckte. Dabei wurde das gesamte Wallis in den Vordergrund gestellt. Die Auswirkungen zeigten sich bei den Ausgaben, den Besucherzahlen, dem Tourismus und der Medienpräsenz. Wir waren sehr zufrieden, denn die gesamte Walliser Tourismusbranche zog an einem Strang. So konnte das gesamte Wallis als «Bike»-Reiseziel in den Mittelpunkt gestellt werden, wie zum Beispiel der grosse Erfolg des Castle Ride BCVS in den verschiedenen Netzwerken gezeigt hat.
Wir müssen auch im Sinne eines Vermächtnisses denken. Wenn die Veranstaltung neue Begeisterung weckt, umso besser. Die Jugendlichen, die sich dem Radsport verschreiben, werden zu unseren Botschaftern. Der Ansatz ist ähnlich wie beim Skisport, nämlich unsere Jugend für «Outdoor»-Aktivitäten im Allgemeinen und für Wintersport im Besonderen zu begeistern. Das ist eine Herausforderung, aber wir verfügen über die schönste Freiluft-Turnhalle, die es gibt. Die Umgebung ist einfach aussergewöhnlich.