
Market Weekly - Der Goldpreis bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau
Gold weiterhin ein Stabilitätsanker
Ende letzter Woche erlebte der Goldmarkt eine besonders brutale Korrektur. Der Kurs fiel innerhalb weniger Stunden von rund 5'600 auf 4'800 Dollar pro Unze, eine Bewegung von seltenem Ausmass auf kurze Sicht. Dieser plötzliche Einbruch erfolgte nach der Bekanntgabe der Ernennung von Kevin Warsh zum Chef der US-Notenbank, der wichtigsten Zentralbank der Welt. Aktuell befindet sich der Goldpreis immer noch rund 100% über dem Vorjahresniveau.
Die Fundamentaldaten für Gold bleiben unverändert
Warsh wird von den Märkten als weniger entgegenkommend als sein Vorgänger und eher geneigt angesehen, eine restriktive Geldpolitik beizubehalten, wenn die Umstände dies erfordern. Diese Einschätzung reichte aus, um eine heftige Reaktion auf Gold auszulösen, einen Vermögenswert, der stark auf Erwartungen hinsichtlich der Realzinsen reagiert. Die Bewegung wurde durch schnelle Gewinnmitnahmen sowie durch die automatische Auslösung von Stop-Loss-Orders verstärkt, was den Rückgang innerhalb kürzester Zeit noch verstärkte.
Trotz dieser deutlichen Korrektur bleiben die Fundamentaldaten für Gold unverändert. Die strukturelle Nachfrage ist weiterhin hoch, insbesondere seitens der Zentralbanken und institutionellen Anleger. Die Sorgen um die US-Verschuldung, die Aussichten für den Dollar und die geopolitischen Unsicherheiten stärken weiterhin die Rolle von Gold als sicherer Hafen. Die wiederkehrenden Debatten um die Unabhängigkeit der Fed sind ebenfalls ein mittelfristiger Stützungsfaktor.

Die strukturelle Nachfrage ist weiterhin hoch, insbesondere seitens der Zentralbanken und institutionellen Anleger.
Silber blieb von der Volatilität nicht verschont
Kurzfristig könnte jedoch eine Entspannung der geopolitischen Lage, insbesondere ein Abkommen zwischen Russland und der Ukraine oder zwischen den USA und dem Iran, die Erholung des Goldpreises verzögern.
Auch Silber blieb von der Volatilität nicht verschont, dessen spektakulärer Anstieg sich schnell umkehrte. Nachdem es 120 Dollar pro Unze überschritten hatte, fiel das weiße Metall innerhalb von drei Tagen um mehr als 30 %, eine Entwicklung, die an die Episode der «Meme-Aktien» während der Pandemie erinnert. Zu Beginn der Woche war eine technische Erholung um 9 % zu beobachten, was zeigt, dass der Markt nun von spekulativen Strömungen und extremer Volatilität dominiert wird.
Von Marco Venetz