Die SNB beendet die Negativzinsära

Welche Folgen hat dies für Kreditnehmer?

Wie hoch ist der Leitzins in der Schweiz jetzt?

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erhöhte am 22. September ihren Leitzins um 0.75 Prozentpunkte von -0.25% auf 0.50%. Dies nach einer ersten Erhöhung um 0.50% im Juni. Laut dem Präsident der Schweizer Nationalbank soll diese geldpolitische Straffung dem nach wie vor hohen Inflationsdruck entgegenwirken. Die Inflation in der Schweiz liegt derzeit bei 3,5% (Jahresveränderung), was über dem historischen Durchschnitt liegt. Diese Zinsentscheidung beendet die Negativzinsära, welche seit 2015 in Kraft war.

Wir sind der Ansicht, dass der Druck auf die Leitzinsen bestehen bleibt, bis die Inflation endgültig unter Kontrolle ist.

Wie geht es weiter?

Die Inflation ist weltweit stark angestiegen, zunächst aufgrund von Wiedereröffnungseffekten nach der Pandemie und dann aufgrund des starken Anstiegs der Energiepreise. Die Schweiz blieb von diesem Phänomen nicht verschont, war jedoch in geringerem Masse betroffen als die europäischen Nachbarn oder Amerika. Die SNB erklärt in ihrer Mitteilung, dass die Straffung der geldpolitischen Zügel verhindern soll, dass sich die Inflation in der Schweiz auf einen breiteren Kreis von Gütern und Dienstleistungen ausbreitet. Die Inflationsprognose wurde gegenüber den Schätzungen vom Juni dieses Jahres nach oben korrigiert. Die Jahresinflation dürfte 2022 3% und 2023 auf 2.4% betragen, wie aus der Pressemitteilung der SNB hervorgeht. Die Nationalbank schließt auch weitere Zinserhöhungen in den nächsten Monaten nicht aus.

Welche Auswirkungen hat dies auf die Kreditzinsen?

Direkt betroffen sind Kredite, deren Zinssatz vom SARON-Zins abhängen. Dieser wird durch die Nationalbank beeinflusst. Die Zinsen für diese Kredite werden um 0.5% steigen. Wir sind der Ansicht, dass der Druck auf die Leitzinsen bestehen bleibt, bis die Inflation endgültig unter Kontrolle ist. 
Was die bereits abgeschlossenen Festhypotheken betrifft, so sind diese von der Entscheidung der SNB nicht betroffen. Wie sind jedoch die Aussichten für die längerfristigen Zinssätze? Die Zinsen für 5-, 10- und 15-jährige Laufzeiten sind in diesem Jahr bereits um fast 1.5 % gestiegen. Unseres Erachtens sollte der grösste Teil des Anstiegs bereits hinter uns sein. Der starke Anstieg der mittel- bis langfristigen Zinsen wurde nämlich durch den starken Anstieg der Teuerungsraten ausgelöst. Der Preisdruck dürfte mit den sich stabilisierenden Energiepreisen und der sich abzeichnenden Konjunkturabschwächung angesichts der höheren Zinsen nachlassen.